Merken An diesem Abend hatte ich nichts geplant, nur Garnelen im Kühlschrank und eine halbe Packung Spaghetti im Schrank. Ich drückte eine Zitrone aus, schnitt Knoblauch klein und innerhalb von zwanzig Minuten stand ein Teller vor mir, der nach Sommer und Meer roch. Manchmal sind die besten Gerichte diejenigen, die man nicht vorhat zu kochen. Meine Küche duftete nach Butter und Zitronenschale, und ich wusste sofort, dass dieses Rezept bleiben würde. Es war einfach, hell und genau richtig.
Ich habe das Gericht einmal für Freunde gemacht, die spontan vorbeikamen. Niemand erwartete etwas Besonderes, aber als ich die Schüssel auf den Tisch stellte, wurde es still. Sie wickelten die Nudeln um die Gabeln, probierten die Garnelen und nickten nur. Einer sagte, es schmecke wie Urlaub auf einem Teller. Seitdem fragen sie immer wieder danach, und ich koche es jedes Mal ein bisschen stolzer.
Zutaten
- 450 g große Garnelen, geschält und entdarmt: Nimm frische oder aufgetaute Garnelen und tupfe sie unbedingt trocken, sonst dampfen sie statt zu braten.
- 340 g Spaghetti: Koch sie bis al dente, das heißt mit zartem Biss, dann nehmen sie die Sauce später besser auf.
- 60 g ungesalzene Butter: Sie macht die Sauce samtig und rund, ohne die Zitrone zu überdecken.
- 2 EL natives Olivenöl extra: Verhindert, dass die Butter zu schnell bräunt, und gibt einen leichten fruchtigen Geschmack.
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt: Schneide sie frisch, der Unterschied zu Pulver ist enorm, glaub mir.
- Abrieb von 1 Zitrone: Hier steckt das Aroma, nicht nur im Saft, also reibe nur die gelbe Schale ab.
- Saft von 1 großen Zitrone (ca. 3 EL): Roll die Zitrone vorher auf der Arbeitsplatte, dann gibt sie mehr Saft.
- 60 ml trockener Weißwein (optional): Er hebt die Sauce an und gibt eine feine Säure, aber du kannst ihn auch weglassen.
- 1/4 TL Chiliflocken: Nur ein Hauch Wärme, der das Zitronige ausbalanciert.
- 1/2 TL Salz, plus mehr für das Nudelwasser: Salz das Nudelwasser großzügig, es sollte wie Meerwasser schmecken.
- 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer: Frisch gemahlen macht wirklich einen Unterschied, versprochen.
- 2 EL frische Petersilie, gehackt: Sie bringt Frische und Farbe, nimm keine getrocknete.
- Frisch geriebener Parmesan (optional): Nicht traditionell bei Meeresfrüchten, aber ich mag ihn trotzdem.
- Zitronenspalten zum Servieren: Ein extra Spritzer am Tisch lässt jeden selbst entscheiden, wie zitronig es sein soll.
Anleitung
- Nudeln kochen:
- Bring einen großen Topf mit gut gesalzenem Wasser zum Kochen und koch die Spaghetti nach Packungsanweisung bis al dente. Bewahre 120 ml Nudelwasser auf, bevor du abgießt, das wird später deine Sauce cremig machen.
- Garnelen vorbereiten:
- Tupfe die Garnelen mit Küchenpapier trocken und würze sie leicht mit Salz und Pfeffer. Trockene Garnelen braten besser und werden nicht gummiartig.
- Garnelen anbraten:
- Erhitze 1 EL Olivenöl und 1 EL Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Leg die Garnelen in einer Schicht hinein und brate sie 1 bis 2 Minuten pro Seite, bis sie gerade rosa und undurchsichtig sind, dann nimm sie raus.
- Knoblauch anschwitzen:
- Reduziere die Hitze auf mittel, gib das restliche Öl und die Butter in die Pfanne und rühre den Knoblauch ein. Lass ihn etwa eine Minute duften, aber nicht braun werden, sonst wird er bitter.
- Sauce aufbauen:
- Füge Zitronenabrieb, Zitronensaft, Weißwein (falls du ihn verwendest) und Chiliflocken hinzu. Lass alles 2 bis 3 Minuten köcheln, bis es leicht eingedickt ist und duftet.
- Garnelen zurückgeben:
- Gib die Garnelen mit ihrem Saft zurück in die Pfanne und schwenke alles durch. Sie sollen sich nur kurz aufwärmen, nicht nochmal garen.
- Pasta untermischen:
- Gib die abgetropften Spaghetti dazu und schwenke alles gut durch, füge nach und nach etwas Nudelwasser hinzu, bis eine seidige Sauce entsteht. Das Stärkewasser bindet alles zusammen.
- Abschmecken und servieren:
- Würze mit mehr Salz und Pfeffer nach Geschmack. Nimm die Pfanne vom Herd, streu Petersilie und Parmesan darüber und serviere sofort mit Zitronenspalten.
Merken Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich dieses Gericht für meine Mutter gekocht habe. Sie saß am Küchentisch, beobachtete mich beim Schwenken der Pfanne und sagte, es rieche wie in einem kleinen Restaurant am Meer. Als sie den ersten Bissen nahm, lächelte sie nur und aß schweigend weiter. Manchmal sagt Essen mehr als Worte, und das war so ein Moment.
Variationen und Anpassungen
Wenn du keine Garnelen magst oder keine bekommst, funktionieren auch kleine Jakobsmuscheln oder sogar Hähnchenbruststücke. Einmal habe ich eine Handvoll Babyspinat und halbierte Kirschtomaten dazugegeben, das brachte Farbe und eine leichte Süße. Für eine glutenfreie Version nimm einfach glutenfreie Pasta, und wenn du keine Butter verträgst, ersetze sie durch mehr Olivenöl. Das Gericht ist flexibel und verzeiht kleine Änderungen ohne den Geschmack zu verlieren.
Aufbewahrung und Resteverwertung
Ehrlich gesagt bleibt bei uns nie etwas übrig, aber falls doch, bewahre es in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf. Es hält sich etwa zwei Tage, aber die Garnelen werden beim Aufwärmen leicht fester. Ich wärme es vorsichtig in der Pfanne auf niedriger Hitze auf und gebe einen Schuss Wasser oder Olivenöl dazu, damit die Nudeln nicht austrocknen. Friere es lieber nicht ein, Meeresfrüchte-Pasta mag das nicht besonders.
Häufige Fehler vermeiden
Der größte Fehler ist, die Garnelen bei zu niedriger Hitze zu braten, dann garen sie statt zu karamellisieren. Ein weiterer ist, zu wenig Salz im Nudelwasser zu verwenden, die Nudeln schmecken dann fade, egal wie gut die Sauce ist. Vergiss nicht, das Nudelwasser aufzubewahren, ich habe das am Anfang oft vergessen und musste mit dicker Sahne improvisieren, was nicht dasselbe ist.
- Garnelen immer trocken tupfen, sonst brutzeln sie nicht richtig.
- Zitronenschale nur gelb abreiben, das Weiße darunter macht es bitter.
- Die Pasta direkt in die Pfanne geben, nicht auf dem Teller mischen, so verbindet sich alles besser.
Merken Dieses Gericht ist für mich ein kleiner Beweis, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss. Es braucht nur frische Zutaten, ein bisschen Aufmerksamkeit und den Mut, einfach loszulegen.